Vermögensaufbau
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Wie lege ich mein Geld für fünf Jahre an? Welche Geldanlage ist für so einen kurzen Zeitraum sinnvoll?

Eine spannende Frage, die momentan häufiger gestellt wird, ist, wie lege ich einen größeren Betrag so an, dass ich in 5 Jahren diesen Betrag mindestens ohne Verlust, aber am besten mit einer Steigerung wieder entnehmen kann. Bei der momentanen Niedrigzinsphase und aufgrund der heftigen Schwankungen an der Börse in den letzten Wochen, wo ein wirklicher Grund für diese Schwankungen nicht erkennbar war, stellen sich Anleger immer öfter diese Frage, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Sparbuch, Tagesgeld und Anleihen sind sichere Anlagen, aber leider mit sehr geringen oder gar keinen Zinsen, sprich ohne Geldvermehrung. Nun ist der neueste Slogan „Die Dividenden sind die heutigen Zinsen“ weit verbreitet, aber Dividenden=Aktieninvestments sind in mittleren Anlage-Zeiträumen von etwa drei bis sieben Jahren nur bedingt sicher.

Also was macht jemand, der 50.000 EUR hat und in fünf Jahren dieses Geld für ein größeres finanzielles Ziel ausgeben möchte.

Vorweg sei gesagt, dass wir nicht in die Zukunft schauen können und auch die hier genannten Empfehlungen auf den Erfahrungen und der Entwicklung der Vergangenheit beruhen. Ob es so in den nächsten fünf Jahren sein wird, wissen wir erst ab heute in 1826 Tagen.

So, wie kann das Geld angelegt werden. Ein pfiffiger Geist könnte jetzt sagen, wer es geschafft sich 50.000 EUR zu ersparen, der sollte „Geld anlegen“ auch weiterhin können. Nun nehmen wir an, die 50.000 EUR haben wir durch Erbschaft oder Abfindung erhalten.

„verlustfreie“ Anlage?
Wenn wir den Ansatz haben, dass wir in fünf Jahren sicher gehen wollen, dass wir keinen Cent Verlust haben, dann bleibt uns nur eine Wahl. Die Anlage der 50.000 EUR auf ein Tagesgeldkonto. Was aber ein Tagesgeldhopping nach sich ziehen müsste. Denn der Zinssatz von Tagesgeldkonten ist nicht sehr üppig und die besten Angebote gibt es nur für Neukunden und nur für einen bestimmten Zeitraum. Bei dieser Überlegung bleibt die Inflation außer Betracht. Denn wie hoch diese sein wird, unterliegt der persönlichen Annahme. Wer keine sichtbaren Verluste erleiden möchte, sollte für diesen kurzen Zeitraum nicht an der Börse anlegen, da eventuelle Verluste nicht ausgeglichen werden können. Hierzu ein interessanter Artikel von Lars Seite, warum sich ein Aktieninvestment wirklich lohnt, wenn das Geld für 10 und mehr Jahre angelegt werden kann.

Aktien Akademie
Anleitung zum erfolgreichen Vermögensaufbau

Chancenorientierte Anlage?
Wer in fünf Jahren aus seinen 50.000 EUR gerne 60.000 EUR machen möchte und eben auch das Risiko eingehen kann, dass er in einem Bärenmarkt (und dann mit Verlust) verkaufen muss oder das Geld nicht für sein Ziel einsetzen kann, sollte sein Glück an der Börse versuchen.

Nachfolgend eine Idee für eine Anlage, für deren Erfolg nicht garantiert werden kann. In der Zusammensetzung des Depots sollte eine Mischung von Risikoreich bis sicher erfolgen. Die Mischung könnte wie folgt aussehen:

weltweiter Aktien-ETF

    (z.B. MSCI ACWI, Vanguard FTSE All-World UCITS ETF),

Mischfonds

    , auch gemanagte (z.B. DWS Top-Dividende oder ein Fond, der gleichzeitig in Aktien, Rohstoffe und Anleihen investiert, z.B. Arero)

Staatsanleihen

    über mehrere Währungsräume verteilt (z.B. Global AAA-AA Government Bond UCITS ETF).

Je nach Auswahl jeweils ein oder zwei von jeder Gruppe. Bei den ETFs und Mischfonds ist ein Sparplan über den Zeitraum zu empfehlen. Für die Anleihen empfiehlt sich am Anfang eine Einmalanlage über die Laufzeit von fünf Jahren. Je nach eigener Risikoneigung von 10.000 EUR – 20.000 EUR in ein oder zwei Anleihen. Der Rest von 30.000 – 40.000 EUR wird dann auf die Sparpläne verteilt. Das sind im Monat max. 500 EUR – 666 EUR, die entsprechend der eigenen Neigung auf zwei oder vier Fonds verteilt werden. Das Geld, welches nicht in die Fonds fließt, sollte solange auf ein Tagesgeldkonto ruhen.

Aktien Akademie
strategische Geldanlage für 5 oder mehr Jahre

Eine weitere, eher unkonventionelle Meinung, die häufiger zu hören ist, ist eine Geldanlage für alle, die aufgrund der aktuellen politischen Situation eher ein Ende des Papiergeldes oder des Euros sehen, die 50.000 Euro in physisches Gold anzulegen. Und wenn die Krisenvorhersagen eintreffen sollten, sich über einen satten Zuwachs erfreuen. Hier sei darauf hingewiesen, dass die Anlage in Gold auch eine sehr risikoreiche Anlage ist, die aufgrund der Schwankungen, nicht jedem empfohlen werden kann.

Die Anlage von Geld unterliegt sehr persönlichen Einstellungen. Deshalb kann ein Vorschlag für eine Depotanlage pro Person sehr unterschiedlich aussehen. Über einen Austausch, Anmerkungen, Kommentare zu diesem Artikel freuen wir uns.

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Zum Weiterlesen:
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5 thoughts on “Wie lege ich Geld für fünf Jahre an?

  1. Lars Hattwig - 22. März 2016

    Wie Sandra bereits geschrieben hat, ist die Fragestellung spannend und nur eine passende Lösung ist hier nicht zu erwarten. In einer Untersuchung über Mischfonds kam heraus, dass sie grundsätzlich für kürzere Anlagehorizonte geeignet sind, aber im Vergleich zum Mix aus einem Aktien- und Anleihen-ETF teurer ist, ohne wirklich bessere Ergebnisse zu liefern. Das kam ja hier auch schon zum Ausdruck.

    Aber zurück zur eigentlichen Fragestellung. Im eBook Wohlstand durch Aktien, welches Sandra auf der Empfehlungsseite verlinkt hat, hatte ich ein Vorschlag unterbreitet, wie jemand vorgehen könnte, der fast voll in Aktien investiert ist und in 15 Jahren sein komplettes Geld zurückhaben möchte. Und zwar möglichst viel davon, auch in unruhigen Börsenzeiten 🙂 Zuerst wird Geld von Aktien sukzessive in Anleihen umgeschichtet, und zwar durchaus in solche Anleihen-ETFs, die hier von Sandra und Chris genannt wurden. Etwa 7 bis 5 Jahre vor dem Zeitpunkt, an dem das Geld verfügbar sein sollte, war eine etwa 50/50-Situation von Aktien und Anleihen entstanden. Ab ab diesem Zeitpunkt sollte auch zunehmend Geld auf Tagesgeldkonten umgeschichtet werden. Der Anteil von Bargeld sollte Jahr für Jahr dann stark ansteigen.

    Nun ist dieses Rechenbeispiel für jemanden, der schon lange in Aktien investiert war und entsprechend der Renditeerwartung bei Aktien (siehe auch http://www.finanzenundvorsorge.de/boerse/) mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich Vermögen aufgebaut hat. Aber für jemanden, der in 5 oder 7 Jahren sein Geld wieder benötigt, wäre auch eine Kombination aus Aktien – Anleihen – Bargeld eine Überlegung wert. Vielleicht mit einer 33% – 33 % – 33% oder 40% – 40% – 20% – Gewichtung beginnen und nachfolgenden Jahren den Bargeldanteil sukzessive erhöhen.

    Gibt es noch weitere Vorschläge zu diesem spannenden Thema? 🙂

  2. Annabella - 22. März 2016

    Vielen Dank Chris, diese 30000 sind nur Teil eines Portfolios, die Mischfonds lass ich weg, Arero ist auf synthetischen ETF’s aufgebaut, das möcht ich auch nicht, hast Recht, man kann das selber machen,
    das mit dem Gold war auch nicht auf dieses 30000 Euro Portfolio bezogen, die Unkosten sind mir klar, aber ein wenig physisches Gold würde sich einfach gut anfühlen, was natürlich Humbug ist, ich weiss das.

  3. Annabella - 21. März 2016

    Genau was mich im Moment auch interessiert 🙂 nur mein Anlagehorizont für eine Summe von 30000 Euro beträgt 7Jahre,
    den Vanguard FTSE All-World hab ich mir auch ausgesucht, aber bei den Staatsanleihen bin ich extrem unsicher, im Moment werden die Zinsen wohl eher sinken, aber was wenn die wieder steigen? Gibt es da weitere Alternativen, auch zu Mischfonds, Flossbach-Fonds würd ich ja nehmen, aber ich hasse diese Performance-Gebühr.
    2-3% werde ich wohl als physisches Gold kaufen, nur als Absicherung, seh ich nicht unbedingt als gewinnbringendes Investment.

    1. Chris - 22. März 2016

      „aber bei den Staatsanleihen bin ich extrem unsicher, im Moment werden die Zinsen wohl eher sinken, aber was wenn die wieder steigen?“

      Generell gilt, je kürzer die Anleihelaufzeiten, umso weniger sind sie von Kursknicken bei Zinserhöhungen betroffen.
      Vergleichst du zum Beispiel den iShares Euro Government Bond 1-3 years ETF
      ( http://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/251733/ishares-euro-government-bond-13yr-ucits-etf )
      mit dem iShares Euro Government Bond 15-30 years ETF
      ( http://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/251735/ishares-euro-government-bond-1530yr-ucits-etf )
      wird das schon gut deutlich. Der Kurzläufer bewegt sich nur minimal (annualisierte Rendite seit Auflage so etwa 2,5% pa, mal mehr mal weniger… aktuell natürlich eher weniger), aber schwankt dafür auch fast garnicht (höchster bisherig aufgetretener Verlust zb. auch nur -2%)
      Der Langläufer ist da schon ein anderes Biest. Höhere Renditechancen (seit Auflage ca. 8% pa, war halt ein allgemein „freundliches“ Umfeld fallender Zinsen) natürlich aber mit stärkeren Varianzen in der Kursentwicklung dazwischen, da waren dann schonmal auch Verluste von -15% drin.

      Zwischen diesen beiden Extremen gibt es natürlich noch andere Laufzeit-ETFs. Aus dieser ganzen Palette (plus Unternehmensanleihen, Highyield, Fremdwährungsanleihen, Besicherte Anleihen, etc.) kannst du dir nun einen passenden Produktmix zusammenstellen, was deinem Risiko/Rendite-Profil entspricht.
      Wer sich mit alldem wirklich keinen Kopp machen will, dem rate ich auch einfach zum Euro Aggregate Bond und fertig is‘..

      Teure Mischfonds müssen da auch nicht sein, die machen ja im Prinzip auch nichts anderes als ein Portfolio aus Aktien und Anleihen – das kannst du auch genausogut günstiger selber über ne Kombi von Aktien-ETF und Anleihe-ETF nachbilden (je „konservativer“ es sein soll, umso mehr Anleihen halt).

      Ansonsten, wenn dich Zinssteigerungen wirklich beschäftigen, gibts halt noch die „Alternative“ weiter Tagesgeldhopping oder ne Festgeldleiter zu starten.

      Achja und 2-3% von 30.000 sind ca 750€.
      Für diesen Betrag Gold zu kaufen ist keine Idee die mir gefallen würde.
      Je kleiner die Beträge werden, umso mehr nehmen die Händler noch an Marge davon weg (= du kaufst teurer ein, hast quasi bei der Transaktion gleich schonmal -5% bis -8% verloren). Und „Absichern“ ? Mal ehrlich, Gold für 750€ (was in etwa grad so 20-25gramm entspricht) sichert eigentlich garnichts richtig ab, in einem Crash würde dein 30.000€ Depot davon überhaupt nicht merklich profitieren (ausserdem ist auch nicht garantiert das Gold da unbedingt steigt, siehe Link im Artikel), und selbst für den Weltuntergang wird dir so eine geringe Summe auch nicht nennenswert weiterhelfen können. Also, kaufs dir höchstens wenn du den Stoff hübsch findest, aber erwarte dir mal fürs Portfolio lieber keinen Nutzen. Wenns dir einfach nur um das absichern, zB. der Aktienposition geht, machts mehr Sinn den entsprechenden Betrag in Puts mitzurollen, etc.

      1. Annabella - 22. März 2016

        Antwort ist leider verrutscht, sorry, siehe oben….

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