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Welche Anreize braucht ein junger Mensch zum Sparen und um nicht sämtliches Geld auszugeben?

Regelmäßig Geld zurückzulegen, bewusst zu sparen und sich dabei noch gut zu fühlen, fällt vielen schwer. Wenn ich vom „Sparen“ rede, geht es nicht darum von seinem wenigen Geld was abzuknapsen, um in einem Bereich von 10-200 EUR in eine Altersvorsorge zu sparen oder in sein Sparschwein zu tun, um stolz zu verkünden, ich gebe nicht alles aus – ich spare.

Sparen ist nicht gleich Sparen

Es geht beim Sparen, bei der Rücklagenbildung darum, einen anderen Umgang mit seinem Geld zu erlangen, eine andere Sicht auf Geld, auf die Ausgaben und auf die Einnahmen zu bekommen. So dass die Befriedigung nicht mehr aus dem Besitz von Dingen gezogen wird, sondern aus der Freude das Geld nicht ausgegeben zu haben. Das ist eine Einstellung zum Geld, zum Leben, bei der bei vielen nicht gerade die Augen anfangen zu leuchten. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Ich kenne auch Menschen, die aus dem gesellschaftlichen Mainstream „ausgetreten“ sind, und sich eine andere Einstellung zum Geld angeeignet haben. Die bewusst für ihre finanziellen Ziele Geld zurücklegen, ihr Geld anders ausgeben und es nicht als Einschränkung, sondern als Bereicherung sehen. Menschen, die sich weiterbilden, um zu wissen, wie kann mein zurückgelegtes Geld noch stärker für mich arbeiten. Die auch offen gegenüber weiteren Einnahmequellen sind. Nicht um die vielen Kredite zu erfüllen, sondern um mehr zurücklegen zu können.

Die Frage ist, wie kann man einen jungen Menschen, der seine schulische Laufbahn mit Bravour abgeschlossen hat, kurz vor seinem Berufsleben steht und plant Medizin zu studieren, der auf längere Sicht mit wenig Geld hausieren muss, eine Einstellung zum Geld vermitteln, die anders ist als die bisher kennen gelernte.

Ein Beispiel

Ich habe gerade so einen Fall im engeren Familienkreis. Und immer wenn ich das Thema „Sparen“ anschneide, spüre ich eine leichte Gereiztheit. Ein innerliches Augenrollen. 🙂

Was hat dieser junge Mensch aus seinem Elternhaus bisher an finanzieller Einstellung mitgenommen? Das Geld war nicht üppig vorhanden und viele größere Sachen wurden nur mit „normalen“ Sparen erreicht. Es fehlte dem jungen Menschen an nichts. Er konnte an Auslandsreisen oder Ferienlager teilnehmen, modische Kleidung tragen und auch die modernste Technik nutzen. Es gab Taschengeld und er hatte auch früh Mitspracherecht in Geldangelegenheiten. Wenn es jeden Tag im Supermarkt einkaufen ging, um sich für die Schule und für zu Hause zu versorgen, war das in Ordnung. Ansonsten vermittelte das Elternhaus das „Sparen“ ein notwendiges Übel ist. Und das es viel schöner ist, sobald Geld über war oder durch Sonderzahlungen aufs Konto floss, shoppen zu gehen. Konsumieren ist ein wichtiger Bestandteil im finanziellen Leben des jungen Menschen bisher gewesen. Positiv hervorzuheben ist, dass die Kaufeslust nicht mit Krediten erfüllt wurden.

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Wenn ich nach einer intensiven Shoppingtour mit meinen Weisheiten übers Geld daher kam, und mahnend sagte: „Du hast mehr von dem Geld, welches du nicht ausgibst. Langfristig kannst du viel besser dastehen, wenn du deine Einstellung zum Geld änderst. Mal darüber nachgedacht, das Geld für dich arbeiten zu lassen?“ bin ich nicht gerade auf Nächstenliebe gestoßen.

Die Einstellung junger Menschen

„Sparen? Wofür? Ich fange doch gerade an, Spaß zu haben, zu leben. Ich werde im Studium nicht viel Geld haben und nach Abzug der notwendigen Ausgaben, wird nicht viel übrig bleiben. Vielleicht spare ich für größere Anschaffungen, wenn ich etwas für die Wohnung brauche oder ein Auto haben möchte. Fürs Alter vorzusorgen? Das ist noch so lange hin, und wer weiß, ob ich dann noch lebe….“

Verständliche und nachvollziehbare Argumente. Und trotzdem schade, dass der junge Mensch bei diesem Thema „zu“ macht. Wie kann man diesen jungen Menschen motivieren?

Meine Spar-Motivation

OK, ich war auch einmal jung und wollte Spaß haben. Was hat mich in dieser Zeit motiviert zu sparen? Tja, was soll ich sagen… Ich bin vielleicht ein wenig aus der Art geschlagen, da ich schon als Kind innerliche Schmerzen verspürt habe, wenn meine Eltern in meinen Augen zu viel Geld ausgegeben haben. Ich kenne auch die Sätze: „Dafür haben wir kein Geld.“ Oder „Das können wir uns nicht leisten.“, aber es gab darüber hinaus auch Einkäufe, wo ich gejammert habe, warum wir so viel einkaufen müssen. Das kostet doch alles Geld. Das geht doch auch mit weniger.

Früher gaben die Jugendlichen ihr Jugendweihe-Geld unter anderem auch für einen Kassettenrecorder aus, der damals auch einige hundert Mark gekostet hat. Ich war froh, dass ich einen modernen Kassettenrecorder geschenkt bekam und so mein ganzes Jugendweihe-Geld, bis auf den Kauf einer Uhr, auf ein Sparbuch legen konnte. Das ich mir alleine organisierte habe und die Zinsen regelmäßig nachtragen ließ. Was hat mich dazu motiviert? Keine Ahnung! Mir war es schon immer wichtig, Geld zu sparen. Und mir fiel es auch nie schwer, mich beim Einkaufen oder bei anderen Spaß-Sachen zu „begrenzen“. Auch wenn das Geld knapp war. Meine Motivation war, Geld zu sparen.

Ich habe den jungen Menschen nach seiner Motivation gefragt, die er bräuchte, um weniger Geld fürs Konsumieren zu verwenden. Momentan ist „Spaß haben“ wichtiger und das geplante Einkommen wird eh zu niedrig sein. Eigentlich ein Tatbestand, der ein Leben lang anhalten wird, da die Ausgaben proportional zum Einkommen steigen werden… Und das Leben genießen möchte jeder in jedem Alter und das in vollen Zügen.

Ich habe erst einmal beschlossen, dem jungen Menschen Zeit zu geben, seine Erfahrungen zu machen. Ich werde mich regelmäßig in Erinnerung rufen und immer wieder vorsichtig das Thema anschneiden. Als Student wird der junge Mensch vielleicht offener für weitere Einnahmen sein, die er nicht gegen Tausch seiner Zeit erhält.

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Finanzielle Erziehung

Was können Eltern im Laufe der Kindheit machen, um ihren Kindern eine andere Einstellung zum Geld zu vermitteln als sie vielleicht bei ihren Schulkameraden und Freunden erleben?

Ich finde es schon richtig, dass den Kindern vermittelt wird, dass alles Geld kostet, dass Mama und Papa dafür arbeiten gehen müssen und nicht die Zeit mit den Kindern verbringen können, und dass das Geld nicht für jede Kleinigkeit da ist.

Weitere Beispiele, die ich mal gelesen oder gehört, aber noch nicht auf Tauglichkeit getestet habe.

    Wenn die Kinder größer sind und eher Geldgeschenke als Spielzeug bekommen, kann man das Kind zum Sparen animieren, in dem man den Geldbetrag verdoppelt, wenn das Kind das Geld spart und nicht ausgibt. Mit Hinweis darauf, dass es sich jetzt nur eine Kleinigkeit kaufen kann und mit der Verdopplung des Betrages plus Zinsen größere oder teurere Sachen möglich sind. Das bedeutet aber auch, dass mindestens einmal dieser Effekt wirklich gezeigt wird und das Kind sich was nach seiner Wahl kaufen kann.
    Ein Depot fürs Kind eröffnen und das geschenkte Geld plus die Verdopplung in einen Sparplan oder in eine Aktie anlegen und zusammen mit dem Kind regelmäßig schauen, wie sein Geld wächst. Vielleicht vorher selbst checken, wo die Kurse gerade stehen.
    Es vorleben. Das Kind daran beteiligen (entsprechend seines Alters), wie man sein Geld ausgibt und wie man es anlegt. Also über seine Handlungen reden und erklären.
    Auch beim Taschengeld Anreize schaffen, dass nicht alles konsumiert, sondern auch gespart wird.
    Entsprechend des Alters Berichte/Videos/Bücher/Blogs zeigen über das Leben hochverschuldeter Menschen bzw. finanziell freier und erfolgreicher Menschen.
    Und vor allem dem Kind vermitteln, dass es nicht durch den Besitz von Materiellem sein Glück findet und der Besitz von Dingen ihn nicht als Person definiert.

Fazit:

Es ist schwer Menschen zu einer neuen Einstellung zum Geld zu motivieren, wenn diese Motivation nicht durch eigene Erfahrungen oder Veranlagung aus ihnen selbst kommt. Entweder man fängt mit der finanziellen Erziehung früh an (was auch schief gehen kann) oder wartet auf die innere Bereitschaft desjenigen, die, wenn es gut läuft, im Erwachsenleben eintreten wird.

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