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Sonderleistungen gesetzlicher Krankenkassen

In unserer Serie „Krankenversicherung“ geht es weiter mit finanzielle Leistungen und Sonderleistungen gesetzlicher Krankenkassen.

In den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist jeder pflichtversichert, der nicht durch Ausnahmeregelungen in die private Krankenversicherung wechseln kann oder will. Ausnahmen können Selbstständige, Arbeitnehmer mit einem bestimmten Bruttojahreseinkommen, Studenten und auch Kinder, in Abhängigkeit wie Ihre Eltern versichert sind, betreffen.

Im ersten Teil sind wir auf einen Teil der Regelleistungen eingegangen, die jede GKV anbietet. Die Regelleistungen sind gesetzlich festgelegte Pflichtleistungen, deren Umfang in den letzten Jahren dramatisch abgenommen hat.

Folgende Leistungen führten wir im ersten Teil auf:

  • Arzt und Zahnarzt
  • Krankenhaus, Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen sowie
  • Präventation und Früherkennung

In diesem Teil geht es weiter mit:

Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, Fahrtkosten

Verschreibungspflichtige Arzneimittel werden von den Kassen übernommen. Bei bestimmten Arzneimittel oder Wirkstoffkombinationen muss der Patient in der Apotheke zuzahlen, da die Kassen nur bis zu einem Höchstbetrag die Kosten tragen. Rezeptfreie Medikamente müssen ab dem 12. Lebensjahr komplett alleine getragen werden. Auch Verhütungsmittel, Kopfschmerz- und Erkältungsmittel oder Life Style Produkte hat der Patient selbst zu tragen.

Entsprechend den Heilmitteln-Richtlinien werden Leistungen wie Krankengymnastik, Massage, Sprach- oder Ergotherapie übernommen, wenn diese auch von Fachleuten ausgeführt werden.

Einfache Ausführungen (Kassenmodell) für ärztlich verordnete Hilfsmittel, wie z.B. Rollstühle, Prothesen und Hörgeräte, übernimmt die Kasse. Mehrkosten trägt der Patient. Verbrauchsmaterialien, wie z.B. Inkontinenzhilfen, werden zu 90% übernommen. Brillen nur noch für Kinder oder schwer Sehbehinderte Menschen. Messgeräte nur noch, wenn sie der ständigen Überwachung einer Krankheit dienen.

Auch die Übernahme der Fahrtkosten ist geregelt und wird für bestimmte Behandlungen, wie z.B. Chemotherapie oder Dialyse, oder bei Behinderungen übernommen.

Welche Kosten die Krankenkassen übernehmen, welche Heil- und Hilfsmittel verordnet werden, wann die Kasse bei einer Sehschwäche zahlt, erfährst du bei deiner Krankenkasse oder beim Gemeinsamen Bundesausschuss.

Der Arzt muss darüber informieren, wenn er teurere Medikamente als die zum Festpreis übernommenen, verschreiben möchte. Auch der Apotheker ist verpflichtet ein günstigeres Produkt mit demselben Wirkstoff anzubieten, vorausgesetzt der Arzt schließt auf dem Rezept diesen Ersatz nicht aus. Bei preisgünstigeren Medikamenten verringert sich die Zuzahlung.

Es gibt auch Möglichkeiten bei den rezeptfreien Produkten zu sparen:

    Das Produkt bei einer Online-Apotheke zu bestellen. Dabei sind Lieferkosten und Lieferzeit zu beachten.
    Preisvergleich zu machen, da die Hersteller Produkte mit gleichen Wirkstoff zu unterschiedlichen Preisen je nach Wirkstoffgehalt, Packungsgröße anbieten.
    Nachahmerprodukte (Generika) zu kaufen, bei denen der Patentschutz ausgelaufen ist.
    Auch die Kasse kann nach günstigen Anbieter von Hilfsmitteln gefragt werden.

Finanzielle Leistungen der Krankenversicherungen

Arbeitnehmer, die mehr als sechs Wochen krankgeschrieben sind, erhalten ab der siebten Woche Zahlungen von der Krankenkasse, das sogenannte Krankengeld. Das sind 70% vom letzten Bruttogehalts, max. 90% des Nettoarbeitsentgelts. Es wird für 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt. Nicht in den Genuss vom Krankengeld kommen mitversicherte Ehegatten und Kinder, pflichtversicherte Studenten, Praktikanten oder ALG II Bezieher.

Bei Elternzeit ruht die Zahlung des Krankengeldes. Pflichtversicherte Selbständige müssen die Leistungen des Krankengeldes extra versichern. Bei einer privaten Krankenversicherung wäre das eine Krankentagegeldversicherung, die dafür abgeschlossen wird.

Wer absieht, dass er länger als die 78 Wochen krank sein wird, sollte sich spätestens drei Monate vor Auslaufen des Krankengeldes mit der Rentenversicherung, seiner Berufsunfähigkeitsversicherung oder mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen und regeln, wie es dann weitergeht.

Für Kinder unter 12 Jahre, die familienversichert sind, können Krankengeldzahlungen bis zu zehn Tage Krankschreibung gezahlt werden. Vorausgesetzt in dem Haushalt kann kein anderer die Pflege des kranken Kindes übernehmen. Bei mehreren Kindern maximal 25 Tage. Alleinerziehende haben die doppelte Anzahl an Tagen. Keine Altersbegrenzung liegt bei behinderten Kinder vor.

Sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt befinden sich Schwangere und dann die jungen Mütter im Mutterschutz und erhalten Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Die Kasse übernimmt maximal 13 Euro pro Tag. Der Rest wird vom Arbeitgeber und Bundeszuschuss auf das Nettoeinkommen der letzten drei Monate aufgestockt. Das Geld muss bei der Kasse beantragt werden.

Sonderleistungen der gesetzlichen Krankenkassen

Im begrenzten Maße haben die GKVs die Möglichkeit Sonderleistungen anzubieten. Interessante Angebote gibt es dann vor allem für chronisch Kranke oder Kinder.
Mögliche Sonderleistungen, die angeboten werden:

  • Erweitere Leistungen bei der häuslichen Krankenpflege, insbesondere für die Grundpflege und Versorgung zu Hause.
  • Erhöhte Zuschüsse bei Aufenthalte im Hospiz.
  • Bei der Stellung einer Haushaltshilfe. Zum Beispiel wenn ein Kind ins Krankenhaus begleitet werden muss oder wenn der Kranke den eigenen Haushalt nicht mehr führen kann, auch wenn er keine häusliche Pflege erhält.
  • Zuschüsse bei ambulanten Therapien.
  • Übernahme von Auffrisch- und Indikationsimpfungen für Erwachsene.
  • Neue und alternative Heilverfahren können übernommen werden, wenn die Verfahren in den Richtlinien übe die Bewertung ärztlicher Untersuchung- und Behandlungsmethoden (BUB-Richtlinien) aufgeführt sind. Auch können Modellversuche zur Erprobung neuer Vorsorge- und Behandlungsmethoden durchgeführt und übernommen werden. Bekanntes Beispiel ist die Übernahme von Akupunktur bei verschiedenen medizinischen Indikationen.
  • Angebot an Schulungen für chronisch Kranke oder Übergewichtige.
  • Sehr verbreitet sind Bonusprogramme, bei denen regelmäßiger Sport, die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen sowie gesunde Lebensweise honoriert wird.

Im nächsten Teil gehen wir auf Wahltarife, Zuzahlungen, Beitragsvergleiche und auf die freiwillige Versicherung in die GKV ein. Die Serie „Krankenversicherung“ wird auch die Private Krankenvollversicherung sowie die Zusatzversicherungen für GKV-Mitglieder vorstellen. Dran bleiben lohnt sich.

Hinweis

Im persönlichen Gespräch kann ich gerne ausführlich und auf deine individuelle Situation bezogen deine Absicherung im Krankheitsfall erläutern. Attraktive Produktangebote unterstützen dich bei der Umsetzung deiner finanziellen Ziele hinsichtlich deiner gesundheitlichen Vorsorge. Das Gespräch ist unverbindlich und kostenlos. Du kannst uns gerne zu deinen Fragen, die du zu deinen Finanzen und deiner Vorsorge hast, kontaktieren.

Bei der KV Zentrale findest du auch weitere Informationen.


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