Jeder hält sein finanzielles Glück in der Hand

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Jeder hält sein finanzielles Glück in der Hand

Mein Kollege Lars Hattwig schrieb einen Blogartikel mit dem Titel „Wer aufgibt hat auf jeden Fall verloren.“ In diesem Artikel beschreibt er, dass jeder Mensch seine finanziellen Höhen und Tiefen im Leben hat. Sei es durch Konsumverschuldung, Jobverlust, Scheidung/Trennung oder Krankheit. Wer in solchen Fällen aufhört Rücklagen zu bilden, das Sparen komplett einstellt, der hat im jeden Fall verloren. Denn er wird aus der finanziellen Misere nicht mehr rauskommen. Wer nie Rücklagen gebildet hat, weil er z.B. immer am finanziellen Limit gelebt hat, wird in solchen Phasen schwieriger haben, sich daraus zu erholen. Lars Hattwig beschreibt möglich Ansätze, die jeder unternehmen kann (mit wenig Erfahrung und wenig Geld), um seine finanzielle Lage zu verbessern. Sei es vorbeugend oder als „Heilung“.

Zwei Würfel
Finanzielles Glück.

Ansichten über finanzielles Glücks

Auf diesen Artikel hat er einige sehr interessante und kritische Kommentare erhalten, die auch zu einer kleinen Diskussion führten. Es gab Kommentatoren, die für die Rente privat vorsorgten und dieses Geld erst aufbrauchen mussten, bevor sie staatliche Leistungen, aufgrund von Arbeitslosigkeit im Alter, in Anspruch nehmen mussten.

Ein anderer erwähnte, dass die finanzielle Zukunft von jungen Menschen sehr düster aussieht, da wir aufgrund der technischen Entwicklung uns unsere Arbeitsplätze selbst weg rationalisieren und damit den zukünftigen Generationen die Grundlage zum Sparen nehmen, nämlich das Arbeitseinkommen.

ETFs mit hohen Ausschüttungen
ETFs mit hohen Ausschüttungen

Die Vorschläge passives Einkommen zu generieren sind auch kritisch hinterfragt worden, da jeder Mensch seine Grenzen hat. Wer 40-45 Stunden die Woche auf der Arbeit verbringt, eine Fahrtzeit von 1-2 Stunden pro Tag hat und in familiäre Verpflichtungen eingebunden ist, der wird wenig Energie aufbringen können (trotz positiver Einstellung), um nebenbei eine Nebentätigkeit aufzubauen. Demjenigen nützt es wenig, wenn es dann sinnbildlich heißt „Kneif die A….backen zusammen und tue etwas. Wenn du es wirklich willst, dann schaffst du es.“

All das in den Kommentaren geschriebene sind Fakten, die für sich gesehen, richtig sind. Es gibt dabei kein Richtig und kein Falsch. Und trotzdem haben wir alle dieselben Chancen, etwas zu tun. Jeder auf seine passende Weise. Denn viele Wege führen nach Rom.

Berliner Geschichte

Um das zu erkennen, bedarf es der richtigen Sichtweise darauf. Dazu eine Geschichte:

Im Berliner Lokalfernsehen sah ich eine Reportage über den Immobilien- und Mieterwandel in Berlin. In Berlin wird immer mehr gebaut, saniert und modernisiert. In Gegenden, in denen früher nur eingefleischte Berliner lebten, ziehen Zugezogene (meist mit mehr Geld) hin und verdrängen die bisherigen Mieter. Früher waren es abbruchsreife Altbauwohnungen mit Ofenheizungen und jetzt sind es helle, große Eigentumswohnungen. Sämtliche zentral gelegene Bezirke haben diese Entwicklung schon durch oder sind mittendrin.

So wurde auch von einem Paar berichtet, welches in Moabit seit 20 Jahren wohnt. Sich in ihrem Haus, in ihrer Gegend wohlfühlen und nicht wegziehen möchten. Nur sie wohnen in einem Altbau, der jetzt saniert wird. Sie sind die letzten Mieter, die, trotz entsprechender Versuche des Vermieters, geblieben sind. Mit dem Ergebnis, dass sie jetzt unter starken Beeinträchtigungen leben müssen. Aufgrund der Bauarbeiten fällt Putz von der Wand, Löcher sind in den Decken, der Fuß vom Bauarbeiter brach durch die Decke im Schlafzimmer, abgedrehtes Wasser und Heizung sowie vieles mehr.

Handlungsalternativen

Was können diese Mieter machen?

1. Ausziehen
2. Bleiben und ertragen
3. Bleiben und kämpfen

Wenn sie ausziehen, dann werden sie nicht nur ihre Gegend verlassen müssen. Sie werden auch sonst Schwierigkeiten haben, eine zentrale und bezahlbare Wohnung in Berlin zu finden. Außerdem sind sie aufgrund ihres Alters und ihrer Finanzsituation nicht gerade die gesuchten Mieter. Die Vermieter haben zurzeit die Wahl, den „besten“ Mieter zu nehmen.

„Bleiben und ertragen“ ist eine frustrierende Alternative. Sie müssen nämlich viel ertragen.

Das Paar hat sich für „Bleiben und kämpfen“ entschieden. Sie wissen nicht, wie der Ausgang ihres Kampfes ist. Das Geld für teure Anwälte haben sie nicht. Sie nutzen den Mieterverein und soweit möglich kostenlose Rechtshilfe. Es ist möglich, dass sie am Ende keinen Wohnkomfort mehr gehabt hatten und vielleicht doch umziehen müssen. Sie wissen es nicht.

Entscheidung des Glücks

Aber ihre Entscheidung, sich zu wehren, haben sie sinngemäß wie folgt begründet:

„Dadurch, dass wir was machen, fühlen wir uns schon besser. Dadurch, dass wir uns wehren, erhöhen wir die Chance zu bleiben. Dadurch, dass es sich gut anfühlt, etwas zu tun, schauen wir positiv in die Zukunft“
Deine persönliche Vorsorgestrategie umsetzen
Eigene Vorsorge selbst aufbauen

Darin liegt das Geheimnis.

Ich weiß nicht, ob ich meine eigentliche Aussage rüber bringen konnte. Aber wir wissen nicht, was sein wird. Ob wir fürs Alter sparen, und Vater Staat nimmt uns das Geld vorher wieder weg. Wir wissen nicht, ob wir mit dem Rauchen aufhören, um gesund zu leben, um dann an genmanipulierten, pestizidverseuchten Lebensmitteln zu sterben. Wir wissen alle zukünftigen Entwicklungen nicht. Wir müssen im Leben vieles hinnehmen. Politische Entscheidungen, familiäre Unglücke und weiß ich nicht was.

Aber wir haben auch die Chance etwas zu tun. Und wenn uns das Tun zu schwer erscheint, dann bedarf es manchmal eine klitzekleine Änderung der Sichtweise auf diese Sache. Und das ist der eigentlich entscheidende und schwere Schritt…

Und viele sperren sich mit Ausreden (Vater Staat, Zeit, mangelndes Können, u.s.w.) vor diesem Schritt.

Auf unseren in der Familie stark eingebunden Vollzeitbeschäftigen bezogen, bedeutet das: Ja, es ist schwer noch neben den Verpflichtungen Zeit, Energie und Lust zu finden, sich eine Nebentätigkeit aufzubauen oder sich weiterzubilden. Trete einen Schritt beiseite, schaue dir dein Leben an und überlege dir genau, was deine Ziele sind, wann und wie du sie erreichen kannst. Vielleicht ist die Erkenntnis, du schaffst keine Nebentätigkeit mehr auszuüben. Aber vielleicht siehst du andere Konstellationsmöglichkeiten in deiner Situation, die dich finanziell entlasten können.

Ich möchte bei den möglichen Vorschlägen nicht in die Tiefe gehen, da jede persönliche Situation anders ist.

Mein Anliegen war es zu verdeutlichen, dass wir selbst die Hürde sind. Nicht die anderen. Und hier kommt auch die selbsterfüllende Prophezeiung zum Tragen. Wenn ich davon ausgehe, es wird schwer, wird es schwer. Wenn ich davon ausgehe, dass es sich nicht lohnt zu sparen, dann lohnt es sich nicht zu sparen. Wenn ich das gute Gefühl habe, ich tue etwas, ich kann mein Leben beeinflussen und ich will es auch, dann werde ich auch in „Krisenzeiten“ Wege und Mittel finden, dass sich das Sparen lohnt.

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