Immobilieninvestment

Gespräch zwischen einem Immobilien- und einem Aktienbesitzer Teil 1

Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Verwandten, der mich ein wenig zu dem Thema Aktien befragte. Anhand seiner Äußerungen auf meine Antworten hin, stellte ich ziemlich schnell fest, dass er eine komplett andere Denke hat als ich. Dieses Gespräch kann man auch als ein Gespräch zwischen Immobilienbesitzer und Aktienbesitzer bezeichnen bzw. zwischen nicht mobilen und mobilen Geld.

Aufgrund der Länge des Gesprächsberichtes wird er in zwei Teile veröffentlicht.

Die typischen Äußerungen von meinem Verwandten zum Thema Aktien waren:
„Was ist, wenn mein ganzes Geld weg ist?“
„An der Börse verliert man immer alles.“
„Warum soll ich es an der Börse anlegen und nicht ausgeben?“
„Unser Investment ist unser Haus (selbstgenutzt – Anm. d. Red.).“

Für ein kurzes Finanz-Coaching war er in diesem Moment nicht bereit. Ich konnte ihm gewisse pauschale Ansichten über Aktieninvestment nicht berichtigen. Für alle die diese Fragen beantwortet haben möchten, empfehle ich die Aktien Akademie. In diesem Kurs erfährst du, dass ein Aktieninvestment nicht gleich Totalverlust bedeutet, wie du auch kritische Börsenphasen gut überstehst und eine Beleuchtung aller Anlageklassen.

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Hier ein wenig Hintergründe zu den beiden Gesprächspartnern Immobilien- und Aktienbesitzer:

Immobilienbesitzer: Das Haus wurde Anfang 2000 gebaut, in einer ruhigen Gegend am Rande einer aufstrebenden Studentenstadt in Ostdeutschland. Es hat eine gute Verkehrsanbindung, um mit der Bahn in die Innenstadt zu kommen bzw. mit dem Auto Innenstadt und Autobahn zu erreichen. Die ersten zehn Jahre Finanzierung sind um und es wurde ein Forward Darlehen zu guten Zinsbedingungen aufgenommen. Nach 20 Jahren ist die Finanzierung durch.

Aktienbesitzer: Besitzt seit genauso langer Zeit ein Aktiendepot, welches zum Vermögensaufbau genutzt wird sowie passives Einkommen generiert. Lebt in einer Mietwohnung und spielt eher mit den Gedanken, sich eine Immobilie zur Vermietung anzuschaffen.

Die Meinung des Immobilienbesitzers, dass sein Haus ein gutes Investment ist, begründet er so:

1. Dass er und seine Frau all ihr verdientes Geld nutzen, um schön zu leben.
2. Dass er bald mietfrei wohnt und im Alter seine Rente entlastet.
3. Dass das Investment schon 100.000 EUR an Wert seit Kauf (in diesem Fall seit Bau) zugenommen hat. Und
4. er damit ein sicheres Investment hat.

Meine Meinung zu diesen Punkten sieht, wie kann es anders sein, differenzierter aus:

zu Punkt 1. Dass er und seine Frau all ihr verdientes Geld nutzen, um schön zu leben.

Immobilienbesitz

Aktienbesitz

Beide stehen sehr gut situiert da. Das ist in Deutschland nicht die Regel. Sie ist Beamtin und muss aufgrund dieser Stellung nicht oder nicht viel privat vorsorgen. Er hat hohe Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung und eventuell betriebliche Vorsorgeprodukte zu laufen. Sie haben erst einmal ihr Nettogehalt, um es auszugeben. Dagegen ist nichts zu sagen. Inwieweit Rücklagen gebildet werden, weiß ich nicht. Die Ausgaben für Haus, Reisen, Unterstützung Kinder, Lebensstandard sind hoch und können nur gehalten werden, wenn beide arbeiten. Bricht ein Gehalt weg, bleibt die Fragen nach Rücklagen.

Da meine Definition von „schöner leben“ sich weniger in Materiellen äußert, sondern in „Freiheit“, würde ich ein Großteil ihrer Einnahmen anlegen, um mir den Traum von finanzieller Freiheit zu erfüllen. Ich hätte keine Lust, wie die beiden, bis zur Rente zu arbeiten (jedenfalls nicht als Angestellte). Der eine steht jeden Arbeitstag um 4 Uhr auf, der andere arbeitet unter der Woche auswärts. Sie muss noch 15 Jahre bis zur Rente arbeiten und er noch maximal 7 Jahre.
Mit einem Aktieninvestment kann mein Geld auch für mich arbeiten und ich nicht nur für den Erhalt meiner Immobilie.

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zu Punkt 2. Dass er bald mietfrei wohnt und im Alter seine Rente entlastet.

Immobilienbesitz

Aktienbesitz

Da sie aufgrund ihrer sehr guten Einnahmesituation ihr Haus innerhalb von 20 Jahren abbezahlen, können sie dieses Argument anbringen. Im Alter mietfrei wohnen spricht für das Hausinvestment. Sie haben ihr Haus auch so gebaut, dass sie im Alter notfalls nur die untere Etage bewohnen können. Trotzdem stehen nach 10 bzw. 20 Jahren Reparatur und Modernisierungen an, die erst einmal gestemmt werden müssen. Auch ihre Rente wird geringer ausfallen als ihr Nettoeinkommen und wenn sie weiter dieselbe Ausgabenmentalität besitzen wie jetzt, bleibt die Frage, inwieweit die Rücklagen für diese Ausgaben reichen. Mit zunehmenden Alter wird auch die Pflege des Hauses und Gartens geringer werden, so dass sich das auf die Qualität des Gesamtzustandes auswirkt. Was sich nachteilig beim Hausverkauf auf den Preis auswirken kann.

Der Großteil der Hausbesitzer schafft es aber nicht zur Rente eine schuldenfreie Immobilie zu besitzen. Die Finanzierung reicht bis weit ins Rentenalter hinein. Zumal vorher auch keine Rücklagen für die Instandsetzungen am Haus gebildet wurden, so dass für größere Ausgaben die Immobilie mit neuen Krediten belastet wird.

Mit meinem Aktieninvestment kann ich im günstigen Fall eher in Rente gehen oder bin in der Auswahl meines Bleibeortes als Rentner frei.


Im zweiten Teil besprechen wir Punkt 3 und 4.

 

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Weiteres zum Lesen:
Was ist alles mit einem Börseninvestment möglich?
Manipulation durch Preisstrategien – Teil 1
Reichtum ist Frauensache

1 thought on “Immobilien- versus Aktieninvestment Teil 1

  1. Robert S. - 31. Mai 2016

    Hallo!
    Tja so ist das mit Immobilien und Aktionären, habe jeden Tag aus beruflichen Gründen damit zu tun wúnd weis wie das Gespräch ca. abgelaufen sein muß ;-). Es wurde aber gut dargestellt, eine Immobile wenn selbst genützt ist eig. ein Kostenfaktor und bringt somit keinen Cash Flow!

    LG. Robert

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