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Dienstunfaehigkeitsversicherung

Was ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung bzw. -klausel ist ein Bestandteil einer Berufsunfähigkeitsversicherung für angehende Beamte, da diese in den Zustand der Dienstunfähigkeit kommen können. Im Grunde ist es eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die aber aufgrund anderer Prüfkriterien greift. Für Beamte, die auch im Außendienst tätig sind, kann es auch wichtig sein, dass die Dienstunfähigkeitsversicherung eine Vollzugsdienstunfähigkeit beinhaltet.

Was ist eine Vollzugsdienstunfähigkeit?

Bei Beamte, die im Außendienst tätig sind und aufgrund einer Krankheit, nicht mehr im Außendienst tätig sein können, wird geprüft, welche Auswirkung diese Krankheit auf ihre Dienstfähigkeit hat. Diese Prüfung erfolgt in erster Linie durch den Amtsarzt. Wenn der Amtsarzt sagt, der Beamte ist noch dienstfähig, nur für den Außendienst nicht mehr geeignet, kann eine Versetzung in den Innendienst erfolgen. Diese Versetzung kann für den Beamten finanzielle Einbußen bedeuten. Da vielleicht Schichtdienst- oder Gefahrenzulage wegfallen. Diese finanziellen Einbußen fängt die Vollzugsdienstunfähigkeit ab.

Wenn bei der amtsärztlichen Untersuchung festgestellt wird, der Beamte ist weder für den Außen- noch Innendienst einsetzbar und der Dienstherr den Beamten in den Ruhestand versetzt, kommt die Dienstunfähigkeit zum Tragen. Das heißt, die vereinbarte Versicherungssumme (meist eine Monatsrente) wird gezahlt.

Im Rahmen der amtsärztlichen Prüfung erfolgt auch bei der Versicherung eine Prüfung auf Vorliegen einer Berufsunfähigkeit. Wenn die Kriterien für eine Berufsunfähigkeit vorliegen, kann auch die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen. Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer zu 50% nicht mehr fähig ist, seinen Beruf auszuüben. Wichtig beim Abschluss einer Berufsunfähigkeit ist deshalb, darauf zu achten, dass die Versicherung ab 50% bezahlt und nicht erst ab 51%. Dieses 1% kann im Schadensfall entscheidend sein.

Warum ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung in Kombi mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist mit Eintritt ins Berufsleben empfehlenswert. Das heißt als junger Mensch. Denn Berufsunfähigkeitsversicherungen fragen den Gesundheitszustand der letzten fünf bis zehn Jahre ab. Wer als junger Mensch in den Staatsdienst eintritt, sollte deshalb bei der BU auf das Vorhandensein einer Dienstunfähigkeitsversicherung achten.

Dienstunfähigkeit bei Beamten auf Widerruf

Eine Dienstunfähigkeit bei Beamten auf Widerruf ist vom Staat her nicht vorgesehen. Der Beamte auf Widerruf wird entlassen. In Kombination mit einer BU prüft die Versicherung, ob die Bedingungen für eine BU vorliegen. Sollte der Beamte auf Widerruf seine Ausbildung beenden und aus den Staatsdienst ausscheiden, kann er seine BU-Versicherung mit Dienstunfähigkeits-Klausel als reine BU-Versicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung weiterführen.

Dienstunfähigkeit bei Beamten auf Probe

Nach der Ausbildung wird der Beamte auf Widerruf ein Beamter auf Probe. Der Beamte auf Probe wird vom Dienstherrn nur dann in den Ruhestand versetzt, wenn die Dienstunfähigkeit ausschließlich wegen seines Gesundheitszustandes (vom Amtsarzt bescheinigt) eintritt und die Ursache für den Zustand der Beamte bei der Ausübung im Dienst und ohne grobes Verschulden zugezogen hat. In anderen Fällen wird der Beamte auf Probe entlassen. Die Versicherung prüft, ob die Bedingungen für die Berufsunfähigkeit erfüllt sind.

Sollte der Beamte auf Probe den Staatsdienst ausscheiden, und es liegt keine Berufsunfähigkeit vor, kann er seine BU-Versicherung mit Dienstunfähigkeits-Klausel als reine BU-Versicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung weiterführen.

Gerade die Gesundheitsfragen sollten sehr genau beantwortet werden und können bei Vorliegen einer Vorgeschichte von Versicherung zu Versicherung anders bewertet werden.

Bewertung von Gesundheitsfragen

Es gibt drei Möglichkeiten wie die Prüfung der Gesundheitsfragen bei Vorliegen einer Vorgeschichte bewertet werden können:

  1.  Keine Folgen zu erwarten.
    Die gemachten Angaben zum Gesundheitszustand sind nach Prüfung nicht als schwerwiegend eingestuft. Damit bleibt es ohne weitere Folgen.
  2. Risikozuschlag wird erhoben.
    Bei der Prüfung der Angaben werden Statistiken herangezogen, die Auskunft geben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die angegebene Krankheit/Behandlung zu schweren Folgen, bis hin zu Berufsunfähigkeit, führen können. Die meisten Gründe für eine BU liegen bei psychischen Erkrankungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates vor. Wenn die Versicherung einen Risikozuschlag erhebt, so ist dieses Vorerkrankung mit versichert.
  3. Leistungsausschluss wird vorgenommen.
    Dieser Punkt ist für den Versicherungsnehmer der eigentlich schlechteste, da er im Falle einer Beantragung einer BU nicht alle möglichen Risiken abgesichert hat. Wenn er aufgrund seiner Vorgeschichte berufsunfähig wird, kann er keinen Antrag auf BU-Zahlung stellen, da diese Erkrankung samt Folgen ausgeschlossen wurde.

Die wahrheitsgemäßen Angaben bei den Gesundheitsfragen sind wichtig, da ansonsten der Versicherung von ihrer Leistungspflicht zurücktritt.

Fazit
Jeder junge Mensch, der ins Berufsleben tritt, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Wer eine Ausbildung im Staatsdienst begonnen hat, der sollte bei der Berufsunfähigkeit auch auf das Vorhandensein einer Dienstunfähigkeits- und wenn notwendig auch, auf die Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel, achten. Es lohnt sich Zeit und Mühe in der Auswahl zu investieren.

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