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Crowdinvesting

Ist Crowdinvesting eine coole Sache?

Für viele Kleinanleger (im Vergleich zu den großen Kapitalgebern) ist Crowdinvesting (Schwarmfinanzierung) eine weitere Geldanlage, um das eigene Geld zu vermehren. Start-ups mit meist gut klingenden Geschäftsideen werben auf entsprechenden Plattformen um die Finanzierung ihrer Ideen. Anleger können sich unter bestimmten Bedingungen an der Firma und an deren hoffentlich eintretenden Erfolg beteiligen. Denn wer möchte nicht dabei sein, wenn ein nächstes Google, Amazon oder Facebook entsteht.

Dass es beim Crowdinvesting zu Ausfallraten kommt, ist Teil des Systems. Denn wie beim Lottospielen, verliert man in den meisten Fällen. Die Hoffnung, dass man mal fünf oder sechs richtige erwischt, ist groß. In 2015 wurde ermittelt, dass sieben Prozent allen in Crowdprojekte investierten Geldes innerhalb von drei Monaten vernichtet wurden (Capital 9/2015). Denn bisher stehen den Gewinnen von rund 500.000 EUR (Stand 2015) Verlusten von 7,7 Mill. EUR gegenüber. Was sind das für Leute, die Online, per Tastaturdruck, hunderte oder tausende Euros in unbekannte Menschen und Geschäftsideen investieren? Zusammengefasst sind es gebildete Anleger, die ihr Geld schon aktiv an der Börse anlegen und sich ihre Geldanlagen im Internet selbst aussuchen. Die sich bewusst und überlegt auf die Risiken einlassen. Die Frage ist, ob sie das Risiko all umfassend verstehen. Einerseits besteht die Möglichkeit des Totalverlustes, was der Anleger noch überblicken kann. Aber es treten auch die Fälle auf, dass bei einer gut laufenden Investition die Crowd aussteigen muss, bevor es zur großen Abrechnung und damit zum Gewinn kommen kann. Um bei den Lottospielern zu bleiben, wenn die dritte richtige Kugel gezogen wird, ist das Spiel für die Crowd vorbei.

Sind die gebildeten Anleger so versiert, dass sie die Verträge richtig verstehen? Eine faire Chance haben Anleger, wenn sie wirklich einen Anteil am Unternehmen, sprich Aktien, erhalten. Meistens gibt es aber sogenannte Hybridpapiere, die zwar wie Aktien den Totalverlust beinhalten, aber nicht dieselben Chancen und kein Mitspracherecht. Damit wird es für die aufstrebenden Firmen leichter die Crowd heraus zu drängen, wenn die großen Kapitalgeber einsteigen. Dass die Plattformen diese Praktiken nicht unterbinden, liegt daran, dass die Mittler zwischen Firma und Crowd auch an diesen sogenannten „Buy-outs“ verdienen. Die Plattformen selbst behaupten, dass sie mit ihren Verträgen beide Seiten gerecht werden.

Fazit:

Crowdinvesting ist an sich betrachtet eine tolle Sache – für den Anleger wie für die Firma, die darüber Geld einsammelt. Da die meisten Anleger ihr ganzes Geld nicht nur auf eine Idee setzen, sondern auf mehrere, kann es zu Erträgen kommen. Die Frage ist, ob die Erträge ausreichen, um die anderen Verluste auszugleichen. Und ob es wirklich fair auf solchen Plattformen zugeht, wenn die großen Risikokapitalgeber die kleinen zu ungünstigeren Bedingungen rausdrängen können und dann den großen Reibach machen?

Zum Weiterlesen:
ETF – ganz ohne Risiko?
Vermögensberater versus Versicherungsmakler Teil 2
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