Finanzcoaching für Frauen

3 typische Gründe, die bei Frauen zum Misserfolg ihrer finanziellen Vorsorge führen

Grund 2 – Angst vor der Börse

In deutsche Aktienunternehmen sind mehr als 60% Ausländer investiert. Nicht weil die Ausländer mehr Geld als Deutsche haben. sondern weil sie offener gegenüber dem Aktieninvestment sind als unsere Bundesbürger.

In Deutschland besteht eine gewisse Grundabneigung gegenüber der Anlageform „Börse“.

Der deutsche Sparer legt den Großteil seines Geldes in Sichteinlagen (Bargeld, Termingelder und Spareinlagen) und in Lebensversicherungen an. Das sind 70% der gesamten Sparanlagen der Deutschen. Nur 20% davon fließen in Aktien und Investmentzertifikate.
(Quelle: Euro 07/14, S. 39)

 Warum ist da so?

Einerseits ist das Wissen über die Börse, Aktien und Co. in Deutschland gering ausgeprägt. Es werden keine Grundlagen dazu in der Schule oder später in der Ausbildung vermittelt. Ausser man schlägt direkt einen Weg in die Finanzbranche ein. Viele Menschen halten sich nicht fähig, direkt in Unternehmen und Fonds zu investieren. Fehlendes Wissen fördert auch Angst, etwas zu tun.

Andererseits führt fehlendes Wissen auch zu falschen Annahmen. Annahmen, die als Ausreden vor sich selbst genutzt werden. Das sind sogenannte Totschlagargumente. Sie sind allgemein und pauschal, beruhen nicht auf eigene Erfahrungen und zeigen den Unwillen, sich auf diese Sache einzulassen:

  1.  An der Börse wird gezockt.
  2. An der Börse kannst du nur verlieren.
  3. Der Kleinanleger hat gegenüber den Großinvestoren keine Chance.
  4. Die Politik schürt auch die Abneigung gegenüber diese Form der Vermögensbildung, in dem sie den „Markt“ und die“ Banken“ verantwortlich für die letzte Krise 2007 macht.
  5. Der nächste Crash kommt bestimmt. Und was dann?
  6. Die Börse ist Kapitalismus in Reinform.
Aktien Akademie
Was ist die Börse und wie kann ich dort Geld verdienen?

Warum ist diese Abneigung so fatal?

Mal abgesehen von den niedrigen bis nicht vorhandenen Zinsen auf Sparvermögen, ist die Anlageform „Börse“ grundsätzlich ein weiterer Pfeiler zur finanziellen Absicherung und Vorsorge. Der Dax hat seit seiner Gründung 1989 jedes Jahr im Durchschnitt 7,6% zugelegt. Alle 10 Jahre hätte sich das angelegte Geld verdoppelt. Trotz dotCom- und Finanzkrise.

Eine selbst ausgewählte Direktanlage in Aktien oder Fonds steigert das eigene Bewusstsein im Umgang mit seinem Geld. In ein empfohlenes Finanzprodukt zu investieren, und sich nach Abschluss nicht mehr darum zu kümmern, ist einfach. Es fördert aber nicht das Nachdenken über die sinnvolle Verwendung seines Geldes und auch nicht die eigene Zufriedenheit. Wenn wir uns mit unserem Geld beschäftigen und uns überlegen wie es angelegt werden kann, gewinnen wir auf mehreren Ebenen:

  1. Du erhöhst deinen bewussten Umgang mit deinem eigenen Geld.
  2. Du vermehrst dein eigenes Geld.
  3. Du vermeidest die kurzfristige Befriedigung durch den Kauf sinnloser Dinge.
  4. Du erhöhst das eigene Selbstbewusstsein und
  5. Deine Zufriedenheit.

Egal, ob du es für kurzfristige oder langfristige finanzielle Ziele tust.

Und gerade Frauen verwehren sich dadurch ein Stück Selbstentfaltung. Entweder sie überlassen es dem Mann (siehe Grund 1) oder das Thema ist für sie nicht relevant. Sie haben es in ihrer Familie nicht erlebt und erfahren, dass jeder auch mit geringen finanziellen Mitteln an der Börse investieren kann.

Ich bin auch in einem Umfeld groß geworden, in dem das Anlegen des Geldes an der Börse keine Option war. Durch den Hype in der Internetphase Ende des 20. Jahrhunderts und der begleitenden Berichterstattung lernte ich, dass Aktien und Co. wichtig für die finanzielle Absicherung sind. Meine damalige Firma ging an die Börse und vergab Mitarbeiteraktien. Ich nutzte die Chance und eröffnete mit Hilfe der Investor-Relations-Verantwortlichen ein Depot. Die Depoteröffnung war ein Prozess, den ich absolut nicht verstanden habe. Ich stellte der IR-Verantwortlichen immer wieder dieselben Fragen. Ich fand es schwer das Ganze nachzuvollziehen. Egal, am Ende hatte ich mein Depot und meine erste Aktie. Die Aktien wurden nach einem Jahr wieder zurückgekauft und ich investierte mein kleines Geld in Fonds. Die dotCom-Krise war damals im vollen Gang und ich hatte als Neuling trotzdem keine Verluste gemacht. 15 Jahre später hat sich mein Wissen erheblich erweitert. Ich besitze momentan 4 Depots und investiere in Anlageprodukte, die auch als risikoreich eingeschätzt werden.

Aber eins hat sich in den Jahren bestätigt: Das direkte Investieren in Aktien und Fonds ist ein wichtiger Baustein für die eigene finanzielle Absicherung. Egal, ob mit kleinem oder großem Geld. Es ist für jeden wichtig.