Geldanlage

4 Dos und 2 Don’ts bei der Geldanlage für Kinder

Wenn ich erst einmal groß bin, dann kaufe ich mir ein Auto Marke „teuer“, ein Schiff, ein Schloss, dann habe ich drei Kinder und einen Zoo oder ich fahre jedes Jahr mehrere Wochen in den Urlaub…. Kinder haben noch große Träume und vor allem viele Wünsche.

Wir Eltern gehen da pragmatischer ran und lassen die ein oder andere Traumblase platzen. Mit dem Hinweis, dass das eine Menge Geld kostet und du dir, Kind, das nicht leisten kannst.

Nun gibt es sehr reelle Wünsche, bei denen wir wissen, dass die anstehen werden und die wir auch gerne unseren Kindern erfüllen möchten. Zum Beispiel Führerschein, Ausbildung/Studium, erstes Auto oder eine größere Reise… Diese Wünsche sind für viele Familien nicht zu stemmen, wenn sie zum Zeitpunkt der Ausgabe aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden müssen.

Mit langfristiger Planung und kleinen Beträgen können die Kinder sich das entsprechende Geld selbst ersparen.

Hier ein paar Tipps dazu:

4 Tipps, auf die bei einer Geldanlage für Kinder geachtet werden sollte

1. Früh beginnen mit der Geldanlage

Es gibt immer andere Ereignisse, die anstehen, warum man gerade nicht sparen kann. Sei es für den eigenen Sparplan oder für den der Kinder. Hier kann man eigentlich die Geburt des Kindes als gutes Startdatum nehmen. Denn diese Geldanlage für die Kinder ist definitiv eine, die mehrere Jahre bis mindestens zwei Jahrzehnte laufen kann. Was sich schlichtweg positiv auf den letztendlichen Ertrag auswirkt. Durch den Zinseszinseffekt kann aus einem Sparplan das meiste rausgeholt werden. Ohne den eigenen Anteil erhöhen zu müssen.

Bei einem Sparplan mit 100 EUR monatlich beginnend und einer Auszahlung zum 20. Geburtstag können daraus satte 29.500 EUR werden. Davon sind 5.500 EUR Zinsen bei einer Verzinsung von 2%. Bei höheren Zinsen ist auch der doppelte Betrag drin.

2. Mit kleinen Beträgen

Es müssen keine 100 EUR sein, die monatlich für das Kind weggelegt werden. Es können auch monatlich 25 EUR sein, die in einen Sparplan fließen. Holt die Großeltern mit ins Boot, vielleicht wollen und können sie auch noch einmal 25 EUR dazugeben. Wichtig ist, dass angefangen wird und so früh wie möglich! Denn bei einem regelmäßigen Sparplan, der über 20 Jahre läuft, kommt schon eine staatliche Summe zusammen. Darüber wird sich dein Kind sich sicher freuen.

3. Investmentsparplan

Momentan sehen wir keine Alternative zu einer renditestarken Geldanlage als den Sparplan in einen Fonds/ETF (Exchange Traded Funds) anzulegen. Auf Tagesgeld, Sparbuch etc. wird das Geld noch entwertet anstatt das es sich vermehrt. Ein Investment an der Börse lohnt sich, wenn das Geld mindestens sieben Jahren investiert wird. Umso länger umso besser. Bei Sparplanbeginn ab Geburt haben wir eine super Laufzeit von fast 20 Jahre. Laut Statistik liegt die Wahrscheinlichkeit diesen Zeitraum positiv abzuschließen bei 93%.

Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Mit einem Indexfonds (z.B. Dax-ETF) erlitten Anleger in den vergangenen fünf Jahrzehnten noch nie Verluste, wenn sie ihn länger als zwölf Jahre behielten. Völlig egal, wann sie ihn kauften oder verkauften. Mit deutschen Standardwerten konnte in den letzten Jahrzehnten eine Rendite von sechs bis acht Prozent pro Jahr erzielt werden.

4. Eigenes Depot

Ich plädiere dafür ein Depot (oder Sparplan, Tagesgeld o.so) auf den Namen des Kindes anzulegen. Meine Gründe dafür sind, dass der Sparer-Pauschbetrag des Kindes voll genutzt werden kann. Falls das Geld für das Kind zusammen auf das eigene Depot verwaltet wird, kann es sein, dass man den eigenen Sparer-Pauschbetrag erreicht und die 25% Abgeltungssteuer gezahlt werden muss. Sollte das Kind Zins- bzw. Dividendeneinnahmen erhalten, die über den Sparer-Pauschbetrag liegen, kann es sinnvoll sein, eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim zuständigen Finanzamt für das Kind ausstellen zu lassen. Bis zu einem Einkommen in Höhe von 8.652,- Euro (Stand: 2016) bräuchte das Kind keine Einkommensteuererklärung abgeben. Die Nichtveranlagungsbescheinigung gilt für drei Jahre.

Folgende Argumente sprechen gegen ein eigenes Kinder-Depot: Mit 18 gehört das Konto/Depot dem Kind und er kann das Geld nach seinem Sinne ausgeben. Dieser Sinn kann manchmal den Eltern nicht recht sein, wenn es z.b. für Drogen, Sekte oder Spielsucht ausgegeben wird. Aber es ist sein Geld. Genauso wenig habe ich Einfluss darauf, was nach meinem Tod mit meinem Erbe passiert.

Des Weiteren wird das Geld auf das Bafög angerechnet und müsste bis auf einen Freibetrag aufgebraucht werden. Bei höheren Geldbeträgen, die auf das Kinder-Konto fließen, können als Schenkung bewertet werden und unterliegen den steuerlichen Aspekten einer Schenkung.

Für die Eröffnung eines Kontos/Depots auf den Namen des Kindes wird die Geburtsurkunde und die Unterschrift beider Eltern (gemeinsames Sorgerecht) benötigt.

2 Tipps, die bei einer Geldanlage für Kinder vermieden werden sollte

1. keine Versicherungs- oder Bankprodukte abschließen

Achtung vor speziellen Kinder-Spar-Angeboten, die von Versicherungen oder Banken ausgegeben werden. Diese Angebot eigenen sich nicht dazu Kapital aufzubauen, sind teuer und wenig flexibel. Die Versicherer kalkulieren bei ihren Produkten sämtliche Risiken ein und versehen sie mit geringen Zinsen. Vor allem sollte bei den Produkten aufgepasst werden, dass das Sparen nicht mit einer Versicherung gemischt werden. Denn dann laufen die Produkte länger als nur bis zum 18. Lebensjahr und wenn das Kind nicht weiterzahlen möchte und kündigt, ist das mit Verlusten verbunden.

2. Sparplan nicht stoppen

Wie schon erwähnt, ist der Ertrag am höchsten, wenn man regelmäßig in den Sparplan einzahlt. Lieber mit kleinen Beträgen, wie z.B. 25 EUR, anfangen, die auch tragbar sind. Wenn es einmal finanziell eng sein sollte, den Kindersparplan nicht stoppen. Wenn die Eltern einmal aufhören einzuzahlen, wird das wieder anfangen viel schwerer sein. Lieber sollten die Eltern schauen, dass sie das Geld, was die Kinder mal nebenbei bekommen, wie z.B. Geburtstag, Taufe, Kommunion, Jugendweihe, Zeugnisgeld etc., nicht komplett ausgeben, sondern auch zum Teil gespart wird. Wenn die Kinder mit einbezogen werden, können sie auch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld lernen.

Nun hört sich das alles toll an. Vielleicht fragst du dich jetzt, wie du am besten mit der Geldanlage für deine Kinder anfängst, einen guten Sparplan findest und eine Strategie erstellst, die langfristig das angelegte Geld vermehrt.

Wir haben die Lösung für dich: Aktien Akademie hilft dir für dich, deiner Familie und für deine Kinder unter Anleitung eine Strategie zu entwickeln, mit der du langfristig ein Vermögensdepot aufbaust und selbständig managen kannst. Aktien Akademie beantwortet dir alle Fragen rund um die Börse. Das geballte Aktienwissen ist in 30 Videos plus Bonusmaterial aufgeteilt.

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Zum Weiterlesen:
12 Ideen, was ein Sammlerstück sein kann
Welche Anreize braucht ein junger Mensch zum Sparen?
Pflegeversicherung und Elternunterhalt

2 thoughts on “6 Tipps bei der Geldanlage für Kinder

  1. Schuldenkobold - 24. Mai 2016

    Hi.

    Einen 25 Euro Sparplan kann man auch pro Quartal anlegen, wenn es denn sonst gar nicht klappt. Das sind 8,33€ im Monat. Die sollten ja allemal drin sein für die Lütten.
    Da kommt selbst bei Überrendite kein Betrag raus wobei man Schnappatmung bekommt aber besser als nix is das definitiv.

    1. Sandra - 27. Mai 2016

      Guter Einwand. 25 EUR im Quartal sind nicht viel. Und 8,33 EUR im Monat ist für viel mehr Familien machbar als sie es selber glauben.

      Um mal mit konkreten Zahlen zu arbeiten:
      Am 1.1.2016 beginnen wir mit dem Fonds-Sparplan (kein Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühr 0,5%, keine Depotgebühren):
      25 EUR im Quartal, also 100 EUR für’s Jahr:
      angenommene durchschnittliche Verzinsung pro Jahr von 5%, für 18 Jahre:
      Voraussichtliches Endkapital: 2.754,73 EUR
      Eingezahltes Kapital: 1.800,00 EUR
      Gewinn: 954,73 EUR
      Gewinnanteil am Endkapital: 35%

      Auf 20 Jahre ergeben sich folgende Werte:
      Voraussichtliches Endkapital: 3.217,16 EUR
      Eingezahltes Kapital: 2.000,00 EUR
      Gewinn: 1.217,16 EUR
      Gewinnanteil am Endkapital: 38%

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